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Wer mit welcher Ladelösung am besten fährt

Wer an E-Mobility denkt, sollte dabei die optimale Ladelösung nicht ausblenden. Da jedoch bei traditionellen Autohändlern das Wissen darüber immer noch äusserst lückenhaft ist, kann es sehr hilfreich sein, wenn die in diesem Beitrag beschriebenen Aspekte zu diesem Thema bekannt sind.


Möchte sich jemand ein Elektroauto kaufen, wird beim Kauf des Fahrzeugs die dazu notwendige Ladeinfrastruktur vermutlich nicht oder nur ansatzweise thematisiert. Deshalb ist es sinnvoll, sich über die verschiedenen Lademöglichkeiten vorgängig zu informieren. Am wichtigsten zu wissen ist es diesbezüglich, dass das Laden über eine normale Haushaltssteckdose oder eine CEE-Steckdose lediglich als Notladelösungen zu verstehen sind. Denn beide dieser Steckdosen sind nicht mit den optimalen Schutzeinrichtungen ausgerüstet, welche für Elektrofahrzeuge vorgesehen sind. Deshalb ist es ratsam, sich für eine spezifisch auf das Laden von Elektroautos ausgelegte Lösung (Heimladestation, Ladesäule oder Schnellladestation) zu entscheiden. Und dann sämtliche Installationsarbeiten von einer konzessionierten Fachperson ausführen zu lassen.

Das richtige Modell am richtigen Ort
Welche Ladestation nun die richtige ist, das hängt ganz von den Voraussetzungen, den Bedürfnissen und der Anzahl von Fahrzeughaltern und Fahrzeughalterinnen ab, welche diese benutzen. Grundsätzlich stehen folgende Möglichkeiten zur Auswahl:

Privat
Wird immer dasselbe Fahrzeug geladen, so kann eine Heimladestation mit einem kabelgebundenen Anschluss installiert werden. Allerdings muss beachtet werden, dass weitere Fahrzeuge von Besucherinnen und Besuchern oder auch künftige eigene Elektroautos den identischen Anschluss haben müssen, wenn sie dieselbe Ladestation benutzen möchten.

Laden verschiedene Fahrzeuge oder sollen künftig mehrere Fahrzeuge an der Ladestation geladen werden, ist die Entscheidung für eine Ladestation mit Steckdose bestimmt richtig. Denn in der Regel ist ein passendes Ladekabel mit in jedem Fahrzeug dabei, womit der Anschluss an solche Stationen gewährleistet ist.

Halb privat / halb öffentlich
Je nach Einsatzgebiet können entweder Wandladestationen oder auch Ladesäulen Verwendung finden. Wichtig ist vor allem, dass dabei Ladepunkte zum Einsatz kommen, welche über eine Typ-2-Steckdose und nicht über ein fix montiertes Kabel verfügen. Schliesslich ist im Vorhinein unklar, wer mit welchem Auto und mit welchem Anschluss laden möchte. Daher ist die Ladesteckdose die beste Lösung, denn die E-Autofahrerinnen und -fahrer sind in der Regel im Besitz eines passenden Ladekabels und führen dieses im Fahrzeug mit.

Bevor die Entscheidung für ein Ladesystem fällt, sollte allerdings beachtet werden, dass es empfehlenswert ist, die Ladestation durch eine Autorisierung vor ungewollten Fremdbezügen zu schützen. Dazu gibt es verschiedene Varianten wie zum Beispiel Schlüsselschalter, RFID, eine App oder eine Zeitschaltung. Ist zudem relevant, wie viel Strom bezogen worden ist, dann sollte eine Ladestation mit integriertem Energiezähler gewählt werden.

Soll nun der bezogene Strom dem Nutzer verrechnet werden können, gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten:

  • Halb öffentlich
    (zum Beispiel Ladestationen vor Ladengeschäften):
  1. Es besteht die Möglichkeit, einen Münzeinwurf mit der Freigabe von Ladestationen zu verbinden.
  2. Intelligente Ladestationen lassen sich mit Parkautomaten verbinden, womit ein Pauschalbeitrag auf die Parkzeit inklusive das Laden erhoben werden kann.
  • Halb privat
    (zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern):
  1. Der Preis eines Parkplatzes mit Ladestation erhöht sich um einen gewissen Pauschalbetrag.
  2. Es wird eine Ladestation mit integriertem Energie­zähler installiert. So können per RFID oder App die Strombezüge dem jeweiligen Nutzer zugeordnet und verrechnet werden.
  3. Durch einen Drittanbieter wird den Nutzerinnen und Nutzern der Ladestation der bezogene Strom in Rechnung gestellt. Über ein Prepaidverfahren können potenzielle Nuterinnen und Nutzer einen Betrag aufladen, von welchem der jeweilige Strombezug abgezogen wird.

Ebenfalls bleibt zu beachten, dass es vorteilhaft ist, sich – wenn möglich – schon vor dem Kauf des Ladesystems darüber bewusst zu sein, ob in Zukunft noch weitere Ladestationen am selben Ort oder in der näheren Umgebung installiert werden sollen. In diesem Fall nämlich wäre eine Ladestation mit sogenannter Masterfunktion zu ­empfehlen.

Wichtig bei der Wahl des passenden Modells ist weiter auch die Frage, ob die Ladestation im Freien oder im Innern zu stehen kommt. Ist Ersteres der Fall, muss die Station natürlich vor Wettereinflüssen geschützt sein – je nach Standort ist darüber hinaus ein Schutz vor Vandalismus angebracht. Und falls die Ladestation öffentlich zu Verfügung steht, ist es von Vorteil, dies durch eine entsprechende Markierung der Parkfelder erkenntlich zu machen sowie eine ausreichende Beleuchtung zu gewährleisten.

Nicht zu vernachlässigen ist überdies die Frage, ob es möglich sein soll, die Ladestation mit Strom aus dezen­traler Produktion (PV-Anlage, Windrad usw.) zu versorgen, denn nicht alle Ladestationen bieten diese Option, weshalb dies vor dem Kauf abgeklärt werden sollte.


Öffentliche Schnell­ladestation
Die Versorgung solcher Ladesysteme mit Strom ist meist mit dem Bau neuer, grösserer Stromzuleitungen und daher mit hohen Kosten verbunden, weshalb solche Stationen oft an verkehrstechnisch wichtigen Standorten installiert werden. Ihr Vorteil besteht in der hohen Ladeleistung, was eine verhältnismässig kurze Ladezeit ermöglicht – allerdings bedeutet dies für den Akku des Fahrzeugs auch eine erhöhte Belastung. Um den Akku zu schonen, wird deshalb empfohlen, die Schellladung nicht bei jedem Lade­vorgang zu nutzen.

Bildlegende: Öffentliche Ladesäule mit zwei Ladepunkten.

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